Leeway Research

Portfoliostrategie 18 Min.

Ein Depot für 80 Jahre: Der Bauplan des Ewigkeitsportfolios

Wer ein Depot bis 2056 oder 2106 plant, muss mehr lösen als die Aktienauswahl. Der Bestand soll sich erneuern, laufende Rechnungen selbst bezahlen und den Wechsel zur nächsten Generation überstehen.

Die Einschätzung entsteht im Austausch mehrerer Modelle sowie durch laufende Faktenprüfung und Recherche. Zum Verfahren

Im Jahr 2106 werden andere Unternehmen die Börsen prägen als heute. Auch Steuerrecht, Depotbanken und die verantwortlichen Personen werden gewechselt haben. Ein Ewigkeitsportfolio muss deshalb nicht die heutigen Gewinner konservieren, sondern Erneuerung organisieren. Dieser Bauplan zeigt, wie ein weltweiter Aktienkern, Beteiligungsgesellschaften und eine gesonderte Reserve daraus ein übergabefähiges Depot machen.

Die drei Lehren für Anleger

  • Der größte Gegner ist die laufende Reibung. Eine jährliche Belastung von 1 % halbiert über 80 Jahre nahezu das erreichbare Endvermögen. Gebühren, Steuern und Finanzierung verdienen deshalb mehr Aufmerksamkeit als die nächste Marktprognose.
  • Ein Dauerbestand braucht zwei Kreisläufe. Der Aktienkern erneuert seine Unternehmen innerhalb der Fonds. Ausschüttungen und neue Mittel finanzieren Steuern, Ausgaben und untergewichtete Bausteine außerhalb des Kerns.
  • Erst die Betriebsanleitung macht das Depot übergabefähig. Reserve, Verwahrung, Vollmachten und wenige zulässige Ausnahmen werden vor dem ersten Kauf festgelegt. Die nächste Generation übernimmt Regeln statt offener Entscheidungen.

67 %, 45 % oder 20 %

Nach 80 Jahren bleiben bei jährlichen Belastungen von 0,5 %, 1 % oder 2 % noch diese Anteile des sonst erreichbaren Endvermögens.

Steuern brauchen Bargeld

Ausschüttungen, neue Mittel und eine gesonderte Reserve decken laufende Abgaben. Erzwingt eine gewöhnliche Steuerzahlung den Verkauf des Aktienkerns, trägt die Konstruktion nicht.

5–8 % eigenständig kapitalisierte Absicherung

Eine optionale Absicherung erhält eigenes Kapital und darf höchstens denselben Bruttonominalwert eingehen. Ohne bestätigte Haftungstrennung wird sie nicht eingerichtet.

Der Bauplan in drei Entscheidungen

Der Aufbau folgt einer festen Reihenfolge. Zuerst werden die Zahlungen gesichert, danach die Erneuerung organisiert und zuletzt die Ausnahmen begrenzt.

  1. 01

    1. Zuerst die Zahlungen sichern

    Eine Rechnung erfasst Steuern, Ausgaben und Nachlasskosten der kommenden fünf bis zehn Jahre. Erst wenn Ausschüttungen und Reserve diese Beträge tragen, darf Kapital in den Aktienkern fließen.

  2. 02

    2. Dann die Erneuerung automatisieren

    Weltweite All-Cap-Fonds nehmen aufsteigende Unternehmen auf und entfernen scheiternde intern. Der Eigentümer hält den Fonds, während dessen Aktienkorb mit der Wirtschaft weiterzieht.

  3. 03

    3. Zuletzt jede Ausnahme begrenzen

    Schriftliche Regeln erfassen Fondsauflösungen, rechtliche Hindernisse und nicht anders finanzierbare Steuern. Schlechte Kurse oder bessere Anlageideen öffnen dagegen keine Hintertür für Verkäufe.

Die Analyse

Die Aufgabe beginnt mit einem Widerspruch. Das Depot soll fast unverändert weitergegeben werden, obwohl sich Unternehmen, Gesetze und Eigentümer ändern. Es braucht daher Stabilität auf der Ebene der Regeln und Bewegung innerhalb der gewählten Instrumente.

Der Startpunkt ist anspruchsvoll. Am 22. Oktober 2026 lag das nachlaufende KGV des MSCI ACWI bei 20,7.1 Für den S&P 500 wurden am 16. Oktober 2026 23,5 gemeldet.2 Aus den damaligen Indexgewichten und Gewinnanteilen ergibt sich für Aktien außerhalb der USA ein geschätztes KGV von 16 bis 17. Ein großer Teil des Bewertungsrisikos steckt damit im hohen US-Anteil.

Bis 2056 schätzt die Analyse die reale Jahresrendite vor persönlicher Steuer auf 2,5–4 %. Bis 2106 liegt die Spanne bei 3–4,5 %. Der längere Zeitraum gibt All-Cap-Fonds mehr Zeit, die Marktführer von morgen aufzunehmen. Die Historie mahnt dennoch zur Vorsicht: Sie bevorzugt überlebende Märkte, während sinkende Zinsen und steigende Gewinnmargen frühere US-Renditen stützten.34

Bewertungen lassen sich nicht steuern, laufende Belastungen schon. Nach 80 Jahren bleiben bei 0,5 % jährlicher Reibung 67 % des sonst erreichbaren Endvermögens. Bei 1 % sind es 45 %, bei 2 % nur 20 %. Gebühren, Quellensteuern, Finanzierung und unnötige Umschichtungen entscheiden deshalb mit über das Vermögen der nächsten Generation.

Vier Entscheidungen tragen das Portfolio

Die Steuerrechnung kommt auch ohne Verkauf

Ein Depot kann auf dem Papier reicher werden und trotzdem zu wenig Bargeld besitzen. Deutschland erhebt die Vorabpauschale, die Schweiz besteuert gemeldete Fondserträge und Vermögen. Irland kann nach acht Jahren eine fiktive Veräußerung annehmen. Die geplante niederländische Box-3-Reform soll ab 2028 auch nicht realisierte Erträge erfassen.56

Vor dem ersten Aktienkauf steht deshalb ein Zahlungsplan. Er umfasst fünf bis zehn Jahre erwarteter Steuern, Ausgaben und Nachlasskosten. Ausschüttungen und neue Einzahlungen füllen zunächst diese Reserve. Erst danach fließt Geld in untergewichtete langfristige Bausteine.

Verkäufe bleiben auf wenige Fälle beschränkt: Das Instrument verschwindet, das Eigentum wird rechtswidrig oder eine Steuer lässt sich nachweislich nicht anders bezahlen. Schwache Kurse und attraktivere Ideen zählen nicht dazu. Auch Depotzugänge, Vollmachten, Begünstigte und Steuerunterlagen müssen aktuell bleiben. Das indische IEPF zeigt, wie ungepflegte Ansprüche gesetzlich übertragen werden können.7

Steuerliquidität bei unverändertem Bestand

Die Tabelle beschreibt die für die Konstruktion maßgebliche Steuermechanik, keine individuelle Steuerberatung. Die konkrete Belastung hängt von Wohnsitz, Kontotyp, Fondsdomizil und persönlichem Status ab. Der europäische Vergleich zeigt, dass thesaurierte Erträge in mehreren Ländern laufend oder periodisch besteuert werden können.5

SteuerwohnsitzMaßgebliche MechanikMöglicher LiquiditätsabflussFolge für die Konstruktion
DeutschlandVorabpauschale und Besteuerung von Ausschüttungen; bei Aktienfonds kann die Teilfreistellung gelten.Jährliche Steuer kann auch ohne Verkauf anfallen.Die Reserve finanziert die Vorabpauschale. Eine thesaurierende Anteilsklasse ist nur vertretbar, wenn diese Liquidität dauerhaft gesichert ist.
SchweizAusgeschüttete und thesaurierte steuerbare Erträge sowie kantonale Vermögensteuer können laufend anfallen.Einkommens- und Vermögensteuer benötigen jährlich Bargeld.Ausschüttende Fonds erleichtern die Finanzierung. Die Reserve deckt die Differenz zwischen Ausschüttung und Steuer.
Vereinigtes KönigreichBei Reporting Funds kann berichtspflichtiger Ertrag oberhalb der Ausschüttung steuerpflichtig sein.Excess Reportable Income kann ohne entsprechenden Zahlungsmittelzufluss besteuert werden.Reporting-Status und Ertragsmeldung werden jährlich geprüft. Ausschüttende Anteilsklassen verringern, beseitigen aber nicht jedes Liquiditätsrisiko.
IrlandFür einschlägige Fonds kann eine periodische fiktive Veräußerung nach acht Jahren gelten.Die Belastung ist nicht jährlich gleichmäßig, kann im achten Jahr aber erheblich sein.Die Reserve baut die erwartete Zahlung vor jedem Achtjahrestermin auf. Fehlt sie, ist die Struktur mit dem Verkaufsverbot unvereinbar.
DänemarkViele Fonds werden nach dem jährlichen Wertzuwachs besteuert.Steuer auf nicht realisierte Gewinne kann jedes Jahr Bargeld verlangen.Eine größere Steuerreserve und ausreichende Ausschüttungen sind zwingend. Die Eignung des Fonds muss vor dem Kauf geklärt sein.
NiederlandeDie geplante Box-3-Reform besteuert ab 2028 die tatsächliche Rendite einschließlich nicht realisierter Gewinne mit 36 %.Bei 7 % nominaler Rendite entstehen rund 2,5 % Steuer auf den NAV. Eine Ausschüttungsrendite von 1,8 % lässt etwa 0,7 % ungedeckt.Die Reserve oder externes Einkommen muss die jährliche Lücke tragen. Die Reform bleibt bis zum Inkrafttreten ein Rechts- und Planungsrisiko.<sup class="research__fn"><a href="#fn-6">6</a></sup>
Vereinigte StaatenDividenden werden laufend besteuert; Veräußerungsgewinne entstehen grundsätzlich erst beim Verkauf.Ausschüttungen tragen ihre eigene Steuer, zusätzlich können Nachlass- und Liquiditätskosten entstehen.Steuerbegünstigte Konten werden genutzt, soweit zulässig. Die Reserve bleibt für Ausgaben, Steuern und Nachlassabwicklung getrennt.

Die steuerlich beste Anteilsklasse ist nicht überall dieselbe. Entscheidend ist, ob die unvermeidbare Zahlung aus tatsächlichen Ausschüttungen und der Verpflichtungsreserve geleistet werden kann. Wenn das dauerhaft nicht möglich ist, scheidet das Verkaufsverbot für diesen Steuerwohnsitz aus.

Die heutigen Sieger dürfen nicht für immer bleiben

Die heutigen Marktführer sind nicht für immer. Dauerhaft ist der Mechanismus, der ihre Nachfolger aufnimmt.

Ein Ewigkeitsportfolio darf die Rangliste von 2026 nicht einfrieren. Bessembinder untersuchte rund 64.000 Aktien. Wenige außergewöhnliche Unternehmen erzeugten den größten Teil der langfristigen Vermögensbildung.8 Wer einen solchen Gewinner verpasst, kann den Vorteil vieler richtig vermiedener Verlierer wieder einbüßen.

Das von Voya untersuchte 80-Jahre-Experiment zeigt beide Seiten des langen Haltens. Außergewöhnliche Gewinner blieben jahrzehntelang im Depot. Der Anfangsbestand, die Rückschau und überlebende US-Unternehmen prägen das Ergebnis jedoch stark.9 Die richtige Schlussfolgerung ist daher kein starres Paket aus 23 Wertpapieren. Sie ist ein weltweiter All-Cap-Kern, der sich intern erneuert.

Eine kleine Value-Ergänzung erweitert den Zugang zu kleineren Unternehmen. Sie bleibt begrenzt, weil mechanische Indexwechsel nach Kursanstiegen kaufen und nach Rückgängen verkaufen können.10 Zwei Sponsoren und getrennte Verwahrketten verringern operationelle Abhängigkeiten. Das gemeinsame Weltmarktrisiko bleibt bestehen.

Ein Abschlag allein verdient noch kein Geld

Eine Beteiligungsgesellschaft besitzt Vermögen im Wert von 100 Euro, ihre Aktie kostet aber nur 60 Euro. Die Differenz wirkt wie eine Sicherheitsmarge. Solange sie bestehen bleibt, entsteht daraus jedoch keine Rendite. Schlechte Übernahmen können den vermeintlichen Vorteil sogar aufzehren.

Wert entsteht, wenn die Gesellschaft eigene Aktien unter dem Nettoinventarwert zurückkauft oder Kapital ausschüttet. Bei 41 % Abschlag schafft 1 % Kapitalrückfluss rund 0,69 Prozentpunkte Mehrwert für die verbleibenden Exor-Aktionäre. Bei Investor AB und 10 % Abschlag sind es rund 0,11 Prozentpunkte. Die Rechnung lautet: Kapitalrückfluss in Prozent des Nettoinventarwerts mal Abschlag, geteilt durch eins minus Abschlag, abzüglich Kosten.

Die indikativen Abschläge betragen rund 10 % für Investor AB, 41 % für Exor und 33 % für Prosus.11 Vor jedem Kauf müssen sie aktualisiert werden. Scottish Mortgage veröffentlicht Nettoinventarwert und Rückkäufe selbst.12 Britischer Aktivismus zeigt zugleich, dass eine Abwicklung den Abschlag schließen und eine unerwünschte Steuerzahlung auslösen kann.13

Abschlag, Kapitalrückfluss und mechanischer Mehrwert

Die Rechnung verwendet indikative Abschläge der Analyse. Der Mehrwert entspricht dem Kapitalrückfluss in Prozent des Nettoinventarwerts multipliziert mit d/(1−d), jeweils vor Kosten und Steuern. Für Scottish Mortgage dienen die veröffentlichten Angaben zu Nettoinventarwert und Rückkäufen als Primärbeleg.12

BeteiligungsvehikelIndikativer AbschlagUnterstellter KapitalrückflussMechanischer MehrwertRolle
Investor ABrund 10 %Ausschüttungen und Rückkäufe abzüglich rund 0,1 % Kostenrund 0,1–0,2 Prozentpunkte pro JahrDauerhafte Eigentümerstruktur mit schwedischen Industrie- und Privatbeteiligungen.
Exorrund 41 %rund 1–2 % des NAV pro Jahrrund 0,7–1,4 Prozentpunkte vor KostenDer hohe Abschlag verstärkt Rückkäufe, erhöht aber das Gewicht von Governance und Kapitalallokation.
Prosusrund 33 %Rückkäufe von rund 3 % des NAV pro Jahrrund 1,5 Prozentpunkte vor KostenTencent-Verkäufe finanzieren Rückkäufe; maßgeblich ist das Tencent-Engagement je Prosus-Aktie.
Scottish Mortgagerund 9 %je 1 % des NAVrund 0,10 Prozentpunkte minus KostenZugang zu börsennotiertem und privatem Wachstum, begrenzt durch Verschuldung und Bewertungsunsicherheit.

Ein Abschlag ist nur dann produktiv, wenn Kapital unter dem Nettoinventarwert zurückfließt und das zugrunde liegende Vermögen nicht schneller an Wert verliert. Ein hoher Abschlag allein ist keine Sicherheitsmarge.

Warum vier naheliegende Absicherungen nicht tragen

Gehebelte ETPs

Die tägliche Rücksetzung und Pfadabhängigkeit können über Jahre erheblichen Wert vernichten. Das Produkt verlangt fortlaufende Anpassung und ist kein verlässlicher Gegenposten für einen 30- oder 80-jährigen Bestand.

Short-Positionen in Treasury-Futures

Futures müssen gerollt und täglich mit Sicherheiten unterlegt werden. Ein ungünstiger Zinsweg kann Nachschüsse erzwingen und damit genau den Verkauf des Kerns auslösen, den die Konstruktion verhindern soll.

Nur ein kleiner ungedeckter Nominalwert

Eine kleine Short-Position ist nicht automatisch begrenzt. Steigt der Basiswert um ein Mehrfaches, wachsen Verlust, Leihkosten und Sicherheitenbedarf ohne feste Obergrenze.

Systematisch erneuerte Put-Optionen

Regelmäßige Käufe von Put-Optionen zahlen laufend Volatilitäts- und Versicherungsprämien. Empirische Arbeiten zeigen, dass diese Kosten die langfristige Rendite stark belasten können.<sup class="research__fn"><a href="#fn-14">14</a></sup>

Die Absicherung ist ein eigenes, begrenztes Projekt

Eine dauerhafte Absicherung kann über Jahrzehnte mehr kosten als der abgesicherte Einbruch. Täglich zurückgesetzte inverse Produkte sind pfadabhängig. Futures verlangen Sicherheiten, fortlaufend gekaufte Put-Optionen kosten Prämie.14 Auch eine kleine ungedeckte Short-Position kann theoretisch unbegrenzt verlieren. Das Gesamtportfolio bleibt deshalb klar netto long.

Die optionale Absicherung erhält eigenes Bargeld, einen eigenen Broker und ein festes Verlustbudget. Rechts- und Steuerberater müssen bestätigen, dass weder Garantien noch Nachschüsse auf den Dauerbestand zurückgreifen können. Fehlt diese Bestätigung, entfällt der gesamte Baustein. Das eingezahlte Kapital und der gesamte Bruttonominalwert betragen jeweils höchstens 5–8 % des Gesamtvermögens. SMH deckt höchstens die Hälfte der indirekten Halbleiterposition ab, MAGS höchstens 30 % der entsprechenden Plattformaktien.

Auch innerhalb dieser Grenze bleibt jeder einzelne Short gefährlich. Wiederholte Kursanstiege können bei QYLD kumulierte Verluste erzeugen. Kurslücken, illiquide Märkte und Leihkündigungen können den Verlust über das geplante Budget treiben. Schriftliche Verlustgrenzen, Fondsauflösung und feste Enddaten erzwingen deshalb die Schließung. IPO bleibt auf höchstens 1 % begrenzt. Unsichere Nutzungsdauern von KI-Chips und Servern erschweren zusätzlich die Halbleiterposition.15 Nur eine wirksame Haftungstrennung schützt das übrige Portfolio.

Was dieses Portfolio realistischerweise leisten kann

Die Renditebandbreiten sind Arbeitsannahmen. Der Kontrollplan ist dagegen eine konkrete Aufgabe.

Bis 2056 erscheint eine reale Rendite von 2,5–4 % pro Jahr vor persönlicher Steuer plausibel. Bis 2106 liegt die Schätzung bei 3–4,5 %, weil Wiederanlage und wirtschaftliche Erneuerung mehr Zeit erhalten. Der Einstiegspreis bleibt bedeutsam; mehrere Konjunktur- und Bewertungszyklen verteilen seinen Einfluss lediglich über einen längeren Zeitraum.

Die Konstruktion soll vor allem vorhersehbare Organisationsfehler begrenzen. Zwei Fondssponsoren, getrennte Verwahrketten, zwei Goldstrukturen und eine Verpflichtungsreserve verringern einzelne Ausfallpunkte. Das schriftliche Mandat regelt Eigentümer, Ersatzbevollmächtigte, Depotstellen, Steuertermine, Ausschüttungen und zulässige Ausnahmen; Nachfolger steuern neue Mittel, ohne den Dauerbestand nach Marktmeinung auszutauschen.

Das Portfolio: erst der Kern, dann die Ergänzungen

Die 23 Instrumente sind kein gleichgewichtiger Aktienkorb. Ihre Größe richtet sich nach Erneuerung, Zugang zu kleineren Unternehmen, interner Kapitalallokation, Verwahrungsstreuung, Zahlungsfähigkeit und begrenzter Absicherung. Fällt eine Begründung weg, enden neue Zuflüsse und eine Strukturprüfung beginnt. Ein freiwilliger Verkauf folgt daraus nicht automatisch.

Der Bauplan in sechs Schritten

Alle Prozentangaben beziehen sich auf das Gesamtvermögen. Zuerst wird die individuell berechnete Reserve für fünf bis zehn Jahre finanziert. Eine optionale Absicherung erhält nur bei bestätigter Haftungstrennung 5–8 %. Danach folgen drei kleine Ergänzungen. Der weltweite Aktienkern nimmt den verbleibenden Rest auf. Die Tabelle ist ein Konstruktionsbeispiel und keine persönliche Anlageempfehlung.

BausteinGeeignete InstrumenteZielgrößeRegel für die Umsetzung
1. VerpflichtungsreserveKurzlaufende Staatsanleihen in der Währung der Verpflichtungen; iShares 0-3 Month Treasury Bond ETF (SGOV) oder iShares $ Treasury Bond 0-1yr UCITS ETF (IB01) nur bei passender Währung und SteuerbehandlungIndividuell berechneter Anteil für 5–10 JahreZuerst vollständig finanzieren. Ausschüttungen und neue Mittel füllen die Reserve vor allen anderen Bausteinen wieder auf.
2. Optionale AbsicherungseinheitVanEck Semiconductor ETF (SMH), Roundhill Magnificent Seven ETF (MAGS), Global X NASDAQ 100 Covered Call ETF (QYLD) und Renaissance IPO ETF (IPO)0 % oder 5–8 % des Gesamtvermögens als eingezahltes KapitalDie Summe der Short-Positionen darf das eingezahlte Kapital nicht übersteigen. Ohne belastbare Haftungstrennung wird dieser Baustein nicht eingerichtet.
3. Small-Cap-Value-ErgänzungAvantis Global Small Cap Value UCITS ETF; für geeignete US-Steuerpflichtige Avantis International Small Cap Value ETF5–8 % des GesamtvermögensNur mit neuem Geld und Ausschüttungen bis zur Obergrenze auffüllen.
4. BeteiligungsgesellschaftenInvestor AB (INVE-B.ST), Exor N.V. (EXO.AS), Prosus N.V. (PRX.AS), Naspers Ltd (NPN.JO), Sofina SA (SOF.BR), Berkshire Hathaway Inc. B (BRK-B), Mitsubishi Corporation (8058.T), Constellation Software Inc. (CSU.TO) und Scottish Mortgage Investment Trust plc (SMT.L)10–14 % des GesamtvermögensNur geeignete Einzelpositionen nutzen. Nicht vergebene Anteile verbleiben im weltweiten Kern.
5. Reale VermögenswerteFranco-Nevada, iShares Physical Gold ETC und Xetra-Gold4–5 % des GesamtvermögensAls Verwahrungs- und Rechtsdiversifikation halten, nicht als verlässliche kurzfristige Crash-Absicherung.
6. Weltweiter AktienkernVanguard FTSE All-World UCITS ETF und SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF; für geeignete US-Steuerpflichtige Vanguard Total World Stock ETFDer Rest nach Reserve, optionaler Absicherung und Ergänzungen; vorgesehen sind 55–65 %Der Kern nimmt den Rest auf. Liegt er nicht zwischen 55 und 65 %, ist die Gesamtplanung mit diesen Vorgaben nicht vereinbar.

Die Reihenfolge verhindert, dass Wunschquoten die Zahlungsfähigkeit verdrängen. Reserve, optionale Absicherung, drei Ergänzungen und der verbleibende Aktienkern ergeben zusammen 100 %. Liegt der Kern danach nicht zwischen 55 und 65 %, passen Verpflichtungen und gewünschte Ergänzungen nicht zu diesem Entwurf. Erst nach dieser Prüfung beginnt der Aufbau über 6 bis 18 Monate.

Die strukturelle Anlagethese und die aktuellen indikativen Leeway-Ratings sind unabhängige Beurteilungen. Die These untersucht Eigentumsstruktur, Abschläge und reale Vermögenswerte; die Ratings messen heutige Geschäftsqualität, Fundamentaldaten und Bewertung in der jeweiligen Historie. Ein schwaches Rating widerlegt die strukturelle Dauerposition nicht automatisch, erhöht aber die Anforderungen an Einstieg, Größe und laufende Kontrolle.

Das Business-Rating bewertet die Qualität des Geschäftsmodells, unabhängig vom Aktienkurs. Das Market-Fit-Rating bewertet anhand von achtzehn fundamentalen Kennzahlen, wie gut das Unternehmen derzeit zum Markt passt; ein negativer Wert weist auf eine erwartete negative Wertentwicklung hin. Das Cycle-Rating setzt die Bewertung in den historischen Kontext der Aktie: Ein höherer Wert bedeutet, dass die Aktie historisch günstiger bewertet ist. Der Leeway-Score führt die drei Ratings zu gleichen Teilen zusammen. Wie die Ratings berechnet werden

Die Empfehlungen seit der Veröffentlichung

Die historische Wertentwicklung für dieses Portfolio kann derzeit nicht berechnet werden.

Globaler All-Cap-Kern

Long

Zwei Sponsoren und getrennte Verwahrketten verteilen das operationelle Risiko, während der globale Aktienkorb neue Marktführer automatisch aufnimmt.

Vanguard Total World Stock ETF

VT.US

Long

Rolle im Portfolio: Der Fonds bildet für US-Personen den globalen All-Cap-Kern mit rund 55–65 % des Gesamtvermögens.

Strukturelle Begründung: Der Fonds nimmt große, mittlere und kleine Unternehmen weltweit auf und erneuert den Bestand innerhalb des Fonds.

Was die These widerlegen würde: Die Position wird strukturell ungeeignet, wenn neue Steuern auf nicht realisierte Gewinne oder eine Fondsmaßnahme Verkäufe erzwingen.

Position und Beobachtungspunkte

Position: Der Aufbau erfolgt über 6 bis 18 Monate; anschließend bleibt die Position ohne freiwillige Verkäufe bestehen.

Worauf Sie achten sollten: Die Kontrolle umfasst Sponsor, Indexabdeckung, Kosten, Ausschüttungen, Verwahrkette und Änderungen der US-Nachlassbesteuerung.

Hauptrisiko: Die Ausgangsbewertung ist US-lastig. Für Nicht-US-Personen können US-Nachlasssteuer bei US-Vermögenswerten oberhalb von etwa 60.000 US-Dollar und US-Verwahrung die Struktur ungeeignet machen.

Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Dist)

VWRL.LSE

Long

Rolle im Portfolio: Der Fonds bildet für Nicht-US-Personen den ersten globalen Kernbaustein mit rund 30–35 % des Gesamtvermögens.

Strukturelle Begründung: Die ausschüttende Anteilsklasse liefert Steuerliquidität und verteilt die Aktienanlage über Industrie- und Schwellenländer.

Was die These widerlegen würde: Eine erzwungene Verschmelzung, Sitzverlegung oder Rücknahme mit steuerpflichtiger Realisation aktiviert die Ausnahmeliste.

Position und Beobachtungspunkte

Position: Die ausschüttende Anteilsklasse eignet sich, wenn thesaurierte Erträge am Wohnsitz ohnehin besteuert werden. Deutsche Anleger können VWCE bevorzugen, wenn die Vorabpauschale einen Teil der Steuer aufschiebt.

Worauf Sie achten sollten: Maßgeblich bleiben Fondsdomizil, Reporting-Status, Ausschüttungsdeckung, Indexmethodik und die erste Verwahrkette.

Hauptrisiko: Der Fonds enthält keine Small Caps, trägt nicht anrechenbare Quellensteuer und beginnt mit hohem US-Gewicht.

SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF

SPYI.XETRA

Long

Rolle im Portfolio: Der Fonds bildet für Nicht-US-Personen den zweiten globalen All-Cap-Kern mit rund 25–30 % des Gesamtvermögens.

Strukturelle Begründung: Der Fonds ergänzt Small Caps und verteilt Sponsor- sowie Verwahrrisiko auf eine zweite Kette.

Was die These widerlegen würde: Die Position verliert ihre Funktion, wenn beide Sponsoren dauerhaft denselben operationellen Engpass teilen oder der Fonds geschlossen wird.

Position und Beobachtungspunkte

Position: Der Fonds läuft über eine andere Depot- und Unterverwahrkette als der erste Kernbaustein. IMID ist die ausschüttende Alternative.

Worauf Sie achten sollten: Die Kontrolle gilt Tracking-Differenz, Fondsvermögen, Wertpapierleihe, Ausschüttungsvariante und gemeinsamen Unterverwahrern.

Hauptrisiko: Die wirtschaftliche Überschneidung mit dem ersten Kernfonds ist beabsichtigt; politische und marktweite Risiken werden dadurch nicht diversifiziert.

Ihr Wissensvorsprung

Verstehen Sie die wahren Treiber unseres Portfolios

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen: Sehen Sie nicht nur, was wir kaufen, sondern warum. Sichern Sie sich den kompletten Überblick über unsere Strategie.

  • Alle Positionen aufgedeckt: Greifen Sie auf jeden einzelnen Wert unseres Portfolios zu.
  • Die Investmentthese verstehen: Erfahren Sie, welche exakte Rolle jeder Titel für unsere Rendite spielt.
  • Zusammenhänge erkennen: Analysieren Sie unsere Long- und Short-Strategien im direkten Kontext.

Vom ersten Kauf bis zur Übergabe

Der Aufbau beginnt nicht mit einer Kauforder. Jede Phase beseitigt zunächst einen Grund, der später einen unfreiwilligen Verkauf auslösen könnte.

ZeitraumWas passiertWas es für das Portfolio bedeutet
2026 bis 2028Zuerst werden Steuertermine, Ausgaben und Nachlasskosten erfasst. Danach folgen die Finanzierung der Reserve und der Kernaufbau über 6 bis 18 Monate bei zwei Sponsoren und getrennten Verwahrketten.Der teure Einstieg wird zeitlich verteilt, während Zahlungsfähigkeit und Depotzugang bereits vor den Ergänzungen gesichert sind.
JährlichDie jährliche Dokumentation erfasst Steuerregeln, Ausschüttungen, Fondsdomizile, Unterverwahrer, Abschläge und die indirekten Exposures der Absicherung.Die Prüfung lenkt Ausschüttungen und neues Geld. Sie erzeugt kein taktisches Verkaufssignal für den Dauerbestand.
Vor jedem SteuerjahrDie erwartete Steuer auf Ausschüttungen, thesaurierte Erträge, Vorabpauschalen, Vermögen oder fiktive Veräußerungen wird berechnet.Die Reserve muss die Zahlung ohne Verkauf des Aktienkerns abdecken.
2030 bis 2040Änderungen bei Nachlasssteuer, Besteuerung nicht realisierter Gewinne und Fondsrecht werden gegen die geschlossene Ausnahmeliste geprüft.Nur eine tatsächlich erzwungene oder nicht anderweitig finanzierbare Belastung erlaubt eine Abweichung vom Verkaufsverbot.
Alle fünf JahreDepotstellen, Bevollmächtigte und Begünstigte bestätigen Zugriff, Dokumente und die Trennung zwischen Kern, Reserve und Absicherungseinheit.Die Kontrolle soll auch bei Krankheit, Tod oder Wechsel einer Depotstelle ohne spontane Marktentscheidungen fortbestehen.
Bei Kontrollwechsel oder ErbfallDer Nachfolger erhält Mandat, Inventar, Steuerkalender und Zugangsnachweise. Ruhende Ansprüche werden aktiv überwacht; Übertragungsregeln wie das indische IEPF zeigen, dass ungepflegte Vermögenswerte nach Jahren administrativ verlagert werden können.<sup class="research__fn"><a href="#fn-7">7</a></sup>Kontinuität der Kontrolle und Verwahrung verhindert, dass ein dauerhaftes Portfolio durch fehlende Vollmachten oder unbeachtete Ansprüche verloren geht.
2056 bis 2106Der Kern bleibt investiert, während Ausschüttungen und neue Mittel Verpflichtungen und Zielgewichte steuern. Die Reserve wird nach Verbrauch wieder aus Zuflüssen aufgebaut.Der Erfolg wird an realem Vermögen nach Kosten, Steuern und Kontrollverlusten gemessen, nicht an der Zahl vermiedener Transaktionen.

Drei Wege bis 2056 und darüber hinaus

Die Wahrscheinlichkeiten zwingen die Konstruktion, mit mehr als einem günstigen Verlauf zurechtzukommen. Sie sind keine Vorhersagen.

PfadGewichtungWas passiert
Günstig: Erneuerung überwiegt die hohe Einstiegspreisbewertung 22 % Globale Gewinne wachsen breit, neue Marktführer gelangen früh in den All-Cap-Kern und Beteiligungsgesellschaften nutzen ihre Abschläge. Die reale Rendite liegt über 4 % pro Jahr, während die Short-Beimischung Kosten verursacht und planmäßig klein bleibt.
Basis: mäßige Rendite bei gesicherter Zahlungsfähigkeit 53 % Bewertungen normalisieren sich, Margen wachsen langsamer und die reale Rendite liegt über 30 Jahre bei etwa 2,5–4 %. Ausschüttungen und Reserve decken laufende Steuern; die Erneuerung des All-Cap-Kerns gleicht einzelne dauerhafte Verlierer aus.
Ungünstig: Steuer- und Kontrollkosten erzwingen Änderungen 25 % Niedrigere Gewinnmargen, höhere Steuern auf gehaltene Vermögenswerte und Störungen bei Fonds oder Verwahrung drücken die reale Rendite unter die Bandbreite. Die Konstruktion scheitert, falls Verpflichtungen trotz Reserve einen Verkauf des Kerns erzwingen.

Gegenargumente und Risiken

Diese Argumente ergeben sich aus Stresstests unserer fundamentalen Annahmen.

Das stärkste Gegenargument betrifft den Übergang von Geduld zu Nachlässigkeit. Einzelne Unternehmen können dauerhaft Kapital vernichten, Familien ihre Unternehmensführung ändern und Fonds geschlossen werden. Weil das Mandat nicht jede Verschlechterung mit einem Tausch beantwortet, bleiben Einzelpositionen klein; der dominante All-Cap-Kern erneuert sich innerhalb des Fonds.

Die historische Konzentration der Vermögensbildung ist ebenfalls kein Versprechen. Bessembinder belegt die Bedeutung weniger außergewöhnlicher Aktien, identifiziert jedoch keine künftigen Gewinner.8 Breite erhöht die Chance auf deren Aufnahme, schützt aber weder vor einem teuren Einstieg noch vor schwachen Weltmarktrenditen.

Ungeklärte Marktfaktoren

Offene Fragen, die sich mit den aktuell verfügbaren Marktdaten nicht abschließend bewerten lassen.

Die entscheidende Grenze verläuft zwischen Geduld und Starrsinn. Schwache Kurse, niedrige Ratings oder bessere Anlageideen rechtfertigen keinen Verkauf. Fondsauflösung, rechtliches Eigentumsverbot oder anderweitig nicht finanzierbare Steuern gehören dagegen in eine kurze, vorab schriftlich definierte Ausnahmeliste.

Die Absicherungseinheit bildet die zweite Grenze und verlangt aktive Kontrolle von Leihe, Sicherheiten und indirekten Exposures. Sie besitzt eingezahltes Kapital, eigene Schließungsregeln und kann enden, ohne eine dauerhafte Position zu verändern. Das Risiko für das übrige Portfolio begrenzt allein eine rechtlich wirksame Haftungstrennung.

Die jährliche Zehn-Punkte-Prüfung

Einmal im Jahr prüfen Eigentümer und Bevollmächtigte, ob die Struktur noch zahlungsfähig, erneuerungsfähig und zugänglich ist. Die Antworten lenken neues Geld, nicht taktische Verkäufe.

  • Den Deckungsgrad der nächsten zehn Jahre erwarteter Steuern, Ausgaben und Nachlasskosten durch Ausschüttungen und Verpflichtungsreserve.
  • Änderungen bei Vorabpauschale, Box 3, fiktiver Veräußerung, Reporting-Fund-Regeln, Vermögensteuer und US-Nachlassbesteuerung.
  • Fondsvermögen, Schließungsankündigungen, Verschmelzungen, Sitzverlegungen und Änderungen der Rücknahmebedingungen bei allen Kernfonds.
  • Gemeinsame Unterverwahrer, Wertpapierleihe, Depotzugang und die Funktionsfähigkeit der getrennten Verwahrketten.
  • Das nachlaufende KGV des MSCI ACWI und des S&P 500 sowie die daraus nur näherungsweise abgeleitete Bewertung außerhalb der USA.
  • Die Abdeckung kleiner Unternehmen und das Tempo, mit dem neue Marktführer in die globalen Indizes aufgenommen werden.
  • Abschläge zum Nettoinventarwert, Rückkäufe in Prozent des Nettoinventarwerts und Wertentwicklung je Aktie bei Investor, Exor, Prosus und Scottish Mortgage.
  • Tencent-Engagement je Prosus-Aktie, Ferrari-Gewicht bei Exor und private Bewertungsanteile bei Sofina und Scottish Mortgage.
  • Das eingezahlte Kapital und den Bruttonominalwert der Absicherungseinheit sowie SMH mit höchstens 50 % und MAGS mit höchstens 30 % der jeweiligen indirekten Kernexposition.
  • Gültigkeit von Vollmachten, Begünstigtenangaben, Steuerkalendern, Depotzugängen und der jährlichen Bestätigung durch den Ersatzbevollmächtigten.

Was die Konstruktion widerlegen würde

Das Mandat ist ungeeignet, wenn eine dieser Bedingungen dauerhaft eintritt.

  • Laufende Steuern und Verpflichtungen lassen sich trotz angemessener Reserve, Ausschüttungen und neuem Geld nicht ohne Verkäufe des langfristigen Kerns bezahlen.
  • Fonds- und Verwahrstrukturen erlauben keine belastbare Trennung von Sponsoren, Depotketten und Kontrolle oder lösen wiederholt erzwungene steuerpflichtige Realisationen aus.
  • Die Absicherungseinheit kann Verluste, Leihkündigungen und Sicherheitenbedarf nicht aus eigenem Kapital tragen oder ihre Haftungstrennung schützt den Dauerbestand nicht wirksam.

Quellen

Die nummerierten Verweise im Text führen zu diesen Quellen. Schätzungen und abgeleitete Werte sind im Text ausdrücklich als solche gekennzeichnet.

  1. iShares MSCI ACWI ETF: Portfoliokennzahlen, nachlaufendes KGV am 22. Oktober 2026
  2. Barron’s Market Data: KGV und Gewinnrendite des S&P 500 am 16. Oktober 2026
  3. UBS Global Investment Returns Yearbook 2024
  4. Federal Reserve: End of an Era? The Coming Long-Run Slowdown in Corporate Profit Growth and Stock Returns
  5. Financial Expert Class: Europäische Übersicht zur Besteuerung von ETFs
  6. Country Tax Calculator: Leitfaden zur Reform von Box 3 in den Niederlanden
  7. General Insurance Corporation of India: Mitteilung zur Übertragung ruhender Ansprüche an den IEPF
  8. Bessembinder: Long-Term Shareholder Returns, Evidence from 64,000 Global Stocks
  9. Morningstar: Revisiting 80 Years of Sloth
  10. ETF.com: Research Affiliates zur Wiederanlagebelastung regelbasierter Small-Cap-Indizes
  11. KoalaGains, spezialisierter Vergleich: indikative Abschläge von Investor AB, Exor und Prosus, 22. Oktober 2026
  12. Scottish Mortgage Investment Trust: Geschäftsbericht bis März 2026
  13. ISS STOXX: Activism in the UK, the Saba Saga and Implications for the Investment Trust Sector
  14. AQR: Chasing Your Own Tail (Risk)
  15. Levelheaded Investing: Are AI Chip Useful Lives Creating Useless Earnings?

Wie diese Analyse entsteht

Die Einschätzung entsteht in mehreren Schritten. Unabhängige Modellfamilien beantworten dieselbe Frage getrennt und greifen die Ergebnisse anschließend an. Was hier steht, hat mehrere Runden überstanden.

  1. Zwei unabhängige Erstthesen. Dieselbe Ausgangsfrage geht an mehrere Modellfamilien, die unabhängig voneinander arbeiten. Unterschiede werden festgehalten und nicht durch Mittelwertbildung verwischt.
  2. Datierte Belege. Jede Behauptung, die auf Fakten beruht, wird in einzelne Suchfragen zerlegt und mit datierten Antworten aus dem Web und Quellenangaben beantwortet. Frage, Antwort, Quellen und Zeitpunkt werden protokolliert und bleiben nachvollziehbar.
  3. Prüfung durch Gegenpositionen. Mehrere Prüfrollen greifen die These aus verschiedenen Richtungen an: Eine sucht die stärkste Widerlegung, eine weitere sucht nach unbequemen Randfällen, eine prüft, ob sich die These überhaupt in einen Kurseffekt übersetzen lässt, und eine prüft die Zeitachse auf Widersprüche. Jede Rolle stellt eigene Fragen, die wiederum mit Belegen beantwortet werden.
  4. Zusammenführung und nächste Runde. Die bestehen gebliebenen Thesen werden zu einer These zusammengeführt und erneut angegriffen. Die Gegenposition und die offenen Fragen auf dieser Seite stammen aus diesem Schritt. Sie wurden nicht nachträglich ergänzt, damit die Seite ausgewogen wirkt.
  5. Zurück zum Anfang. Das Verfahren läuft erneut, bis ein klares Ergebnis und eine Liste handelbarer Unternehmen mit strukturellen Vorteilen stehen.

Jede Analyse kann falschliegen. Deshalb stehen Falsifikationskriterien und Gegenposition auf derselben Seite wie die These und nicht im Kleingedruckten.

Die Zahlen bei den einzelnen Unternehmen stammen nicht aus diesem Verfahren. Das Business-Rating bewertet die Geschäftsmodellqualität, das Market-Fit-Rating achtzehn Fundamentalkennzahlen gegenüber dem aktuellen Markt, das Cycle-Rating die Bewertung gegenüber der eigenen Historie. Sie sind dokumentiert unter den Leeway-Scores.

Die wichtigsten Fragen vor dem ersten Kauf

Bedeutet das Verkaufsverbot, dass niemals ein Wertpapier veräußert werden darf?

Nein, das Verbot erfasst freiwillige Verkäufe wegen neuer Marktmeinungen, veränderter Bewertungen oder vermeintlich besserer Alternativen. Zulässig bleiben Fondsauflösung, erzwungene Barverschmelzung, Sanktionen, Enteignung, dauerhafter Verlust der Verwahrfähigkeit und nachweislich nicht anders finanzierbare Steuern. Planmäßige Zahlungen aus der Verpflichtungsreserve und geregelte Schließungen der Absicherungseinheit betreffen den Dauerbestand ebenfalls nicht.

Wie wird das Portfolio ohne Verkäufe gesteuert?

Jeder freie Euro folgt derselben Reihenfolge. Zuerst wird die Verpflichtungsreserve bis zum dokumentierten Bedarf aufgefüllt; danach erhalten untergewichtete Kernbausteine und schließlich die kleinen Ergänzungen neues Geld. Zielgewichte allein lösen keine Verkäufe aus, während die Absicherungseinheit einem eigenen Zahlungs- und Schließungsplan folgt.

Warum enthält ein dauerhaftes Portfolio überhaupt Short-Positionen?

Der globale Kern enthält erhebliche indirekte Expositionen gegenüber Halbleiterunternehmen und großen US-Plattformen, die eine eigenständig kapitalisierte Absicherung teilweise ausgleichen kann. Die Einheit erhält 5–8 % des Gesamtvermögens als Kapital und darf höchstens denselben Bruttonominalwert eingehen. Vor dem ersten Geschäft muss bestätigt sein, dass weder Sicherheiten noch Garantien oder Nachschüsse aus dem langfristigen Kern verlangt werden können; andernfalls entfällt die Einheit.

So beginnt die Umsetzung

Erstens werden Steuerwohnsitz, Ausgabenwährung, Steuertermine und Nachlasskosten für fünf bis zehn Jahre erfasst. Zweitens wird die dafür nötige Reserve vollständig finanziert. Drittens werden zwei Fondssponsoren und getrennte Verwahrketten festgelegt. Viertens erhalten Small-Cap-Value, Beteiligungsgesellschaften und reale Vermögenswerte ihre begrenzten Anteile. Fünftens nimmt der weltweite Aktienkern den Rest auf und wird über 6 bis 18 Monate aufgebaut. Eine optionale Absicherung folgt erst zuletzt und nur nach bestätigter Haftungstrennung.

Bewertung von Unternehmen und Fundamentalanalyse

Die Daten werden in wöchentlichem Turnus neu berechnet und sind abhängig von dem aktuellen Marktwert des Unternehmens und den Bilanzkennzahlen des Jahresabschlusses. Der Marktwert ändert sich kontinuierlich mit Kursveränderungen, die Bilanzen werden jährlich erstellt und ändern die Bewertung massiv. Zeitpunkt des Jahresabschlusses und die verwendeten Kennzahlen sind unter "Kennzahlen" einzusehen. Weiterführende Informationen zur Funktionsweise der Analysen finden sie als Tooltip direkt an den Analysen sowie in unseren Erklärungen.

Allgemein

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