

Die letzten fünf Jahre bei Siemens Energy wurden zunächst von der Abspaltung geprägt, dann von der Krise bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa, gefolgt von einer Bilanzrettung und einer scharfen Neubewertung hin zu einer Turnaround- und Netzausbau-Story. Am Ende steht ein Kurs von 166,45 nahe den Allzeithochs.[13][1]
Siemens Energy wurde Ende 2020 aus der Siemens AG herausgelöst und an die Börse gebracht. Die Equity-Story drehte sich um ein diversifiziertes Portfolio aus Energietechnologien: Gasturbinen, Netze, industrielle Dekarbonisierung und Windkraft über Siemens Gamesa.[1]
2021 bewegte sich die Aktie in einer breiten Spanne. Investoren versuchten, die Mischung aus zyklischem Gas- und Dampfturbinengeschäft, Netzwachstum und strukturell angeschlagenem Windgeschäft zu bewerten. Die Erzählung verschob sich von „Pure-Play-Energiewende" zu „komplexer Energiekonzern mit Problemkind Gamesa".[1]
Siemens Energy übernahm 2022 nahezu alle Minderheitsanteile an Siemens Gamesa und zahlte dabei einen Aufschlag, um die volle Kontrolle über die angeschlagene Windkraftsparte zu erlangen. Versprochen wurden Synergien und engere operative Steuerung.[5]
Viele Investoren hielten den Deal für riskant und möglicherweise zu teuer. Während die Verluste bei Gamesa weiter anstiegen und das traditionelle Netz- und Gasgeschäft solide lief, keimte die Frage auf: „Value Trap?"[5]
Technische Probleme in der Onshore- und Offshore-Flotte von Siemens Gamesa – insbesondere bei Rotorblättern und Lagern – führten zu stark gestiegenen Ausfallraten und erwarteten Garantie- und Reparaturkosten. Siemens Energy musste die Gewinnprognose für 2023 und die Annahmen für Gamesa streichen.[page:2]
Die Warnung im Juni 2023, dass die Sanierungskosten eine Milliarde Euro übersteigen könnten, löste einen Kurssturz von rund 34 Prozent an einem Tag aus. Die Erzählung verhärtete sich: „Siemens-Gamesa-Desaster / Bilanzrisiko". Der Ärger der Aktionäre über den Gamesa-Deal und vermeintliche Versäumnisse bei der Due Diligence wuchs.[page:2][5]
Für das Geschäftsjahr 2023 meldete Siemens Energy einen Nettoverlust von rund 4,6 Milliarden Euro, größtenteils durch Gamesa verursacht. Gleichzeitig lieferten die Bereiche Netz und konventionelle Energie starkes Wachstum – ein deutlicher Hinweis auf die interne Divergenz zwischen qualitativ hochwertigen und verlustbringenden Segmenten.[5]
Im Geschäftsjahr 2024 betonte das Management Auftragswachstum, Rekord-Auftragsbestand und verbesserten Cashflow in Grid Technologies und Transformation of Industry, während das Windrisiko eingedämmt wurde. Die Erzählung wandelte sich allmählich von „existenzieller Bedrohung" zu „operativem Turnaround auf Basis der Netzelektrifizierung".[2][9]
Mit der Vorlage der Q4-Zahlen für das Geschäftsjahr 2024 stellte Siemens Energy für 2025 ein vergleichbares Umsatzwachstum von 8 bis 10 Prozent und eine Gewinnmarge vor Sondereffekten von 3 bis 5 Prozent in Aussicht. Die Rückkehr in die Profitabilität nach dem Gamesa-bedingten Verlusthoch stützte eine Neubewertung der Aktie.[3][9]
In den zwölf Monaten bis Anfang 2026 stieg der Aktienkurs um mehr als 150 Prozent und erreichte wiederholt neue Allzeithochs (zunächst um 124,9 Euro, dann 137,5 Euro, schließlich über 153 Euro). Die technische Phase war stark aufwärtsgerichtet. Die Markterzählung lautete nun „operative Hebelwirkung im Netz- und Energiewende-Turnaround" statt „Windkraft-Krisenaktie".[1][13]
Die erste Phase (nach der Börsennotierung 2020 bis 2022) war von breitem, eher seitwärts gerichtetem Handel geprägt. Der Markt verdaute die Abspaltung und später die Gamesa-Übernahme. Die Stimmung schwankte zwischen „Wachstumsplattform für die Energiewende" und „strukturell unübersichtlicher Mischkonzern".[1][5]
Die zweite Phase (2023 bis Anfang 2024) war ein ausgeprägter Abwärtstrend, gefolgt von einer Bodenbildung. Gewinnwarnungen und hohe Gamesa-Verluste führten zu Kapitulation. Die Aktie wurde als „notleidende Value-Situation / Special Situation" wahrgenommen, mit starkem Fokus auf Garantien, Covenants und mögliche Stützungsmaßnahmen.[page:2][5]
Die jüngste Phase (Ende 2024 bis Anfang 2026) war ein starker, anhaltender Aufwärtstrend mit Ausbrüchen auf aufeinanderfolgende Allzeithochs und sehr hohen Zwölfmonatszuwächsen. Verbesserte Guidance und starke Netz- und Industriesegmente positionierten die Aktie neu als „gehebelter Netz- und Elektrifizierungs-Turnaround". Momentum- und Quality-Growth-Investoren kehrten in den Titel zurück, der nun bei rund 166,45 notiert.[3][9][1]
ENR.XETRA ist das Xetra-Ticker-Symbol der Siemens Energy AG, eines weltweit tätigen Energietechnik-Unternehmens mit starken Positionen in Gas- und Dampfkraftwerken, Netztechnologien und Windenergie (über Siemens Gamesa). [1][6] Das Wettbewerbsumfeld wird von großen diversifizierten Industriekonzernen und spezialisierten Energietechnik-Anbietern geprägt, die auf Skalierbarkeit, Technologie, Servicenetzwerke und Projektabwicklung konkurrieren. [6] Die Hauptrisiken konzentrieren sich auf Umsetzungsschwierigkeiten in der Windsparte, Kostenüberschreitungen bei großen Schlüsselfertig-Projekten und die Anfälligkeit gegenüber volatilen Energiewende-Politiken und Rohstoffmärkten. [6] Das Unternehmen muss sich zudem in einem Umfeld hoher Kapitalintensität und Verschuldung behaupten, während die Nachfrage zyklischen Schwankungen unterliegt und die Finanzierungsbedingungen angespannter werden. [6][11]
ENR.XETRA ist das Tickersymbol der Siemens Energy AG, eines global tätigen Energietechnik-Unternehmens mit Schwerpunkten auf Gas- und Dampfturbinen, Netztechnologie und erneuerbaren Energielösungen durch ihre Beteiligung an Siemens Gamesa. [1][7] Das Unternehmen bewegt sich in intensiv umkämpften Märkten, in denen traditionelle Stromerzeuger, Infrastrukturanbieter für Stromnetze und Hersteller erneuerbarer Energien konkurrieren. [7] Das Risikoprofil wird geprägt durch projektbasierte Schwankungen in der Ertragslage, die Exposition gegenüber großen und komplexen schlüsselfertigen Energieprojekten sowie anhaltende Herausforderungen im Windgeschäft. [7] Regulatorische Verschiebungen in der Energiepolitik, Dekarbonisierungsziele und geopolitische Spannungen in Schlüsselregionen beeinflussen ihre Leistung und Auftragsbestand erheblich. [7]
| Unternehmen | Ticker |
|---|---|
| General Electric Company (GE Vernova segment) | GE.NYSE |
| Mitsubishi Heavy Industries, Ltd. | 7011.TSE |
| ABB Ltd | ABBN.SIX |
| Schneider Electric SE | SU.EPA |
| Hitachi, Ltd. (Hitachi Energy) | 6501.TSE |
| Nordex SE | NDX1.XETRA |
| RWE AG | RWE.XETRA |
Erhalten Sie jede Woche handverlesene Aktienempfehlungen mit detaillierten Analysen
Kostenlos testen| Period | Siemens Energy AG | vs DAX | vs S&P 500 (SPY) |
|---|---|---|---|
| 1M | +12.79% | +12.39% | +13.60% |
| 3M | +40.49% | +36.58% | +39.48% |
| 6M | +89.72% | +85.30% | +82.48% |
| 1Y | +196.76% | +187.51% | +179.88% |
| 3Y | +719.10% | +660.95% | +642.44% |
| 5Y | +448.38% | +373.39% | +355.60% |
Erhalten Sie jede Woche handverlesene Aktienempfehlungen mit detaillierten Analysen
Kostenlos testenWie sich die wichtigsten Bewertungskennzahlen (KGV, KUV, KBV und Kurs-Cashflow-Verhältnis) im Zeitverlauf im Vergleich zu heute entwickelt haben.
| Zeitraum | KGV | KUV | KBV | Kurs-Cashflow-Verhältnis |
|---|---|---|---|---|
| Aktuell | 74.4 | 3.5 | 12.5 | 19.4 |
| Vor 1 Jahr | -281.0 | 1.3 | 4.9 | 10.1 |
| Vor 3 Jahren | -19.7 | 0.5 | 1.3 | 6.7 |
| Vor 5 Jahren | -15.7 | 0.8 | 1.5 | 17.4 |
Langfristige Übersicht ausgezahlter Dividenden (Betrag pro Aktie und Dividendenrendite zum Zahlungszeitpunkt).
| Year | Dividend | Yield at payment | Ø Rendite |
|---|---|---|---|
| 2026 | 0.70 EUR | 0.42% | 0.49% |
| 2023 | 0.10 EUR | 0.55% | |
| 2022 | 0.10 EUR | 0.51% |
Die historische Ergebnisentwicklung zeigt, wie konstant das Unternehmen die Analystenerwartungen erfüllt oder übertrifft. Zukunftsprognosen geben Einblick in die erwartete Profitabilität und Wachstumsdynamik.
Ausgewählte Kennzahlen aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Kapitalflussrechnung. Jährlich und quartalsweise, basierend auf veröffentlichten IFRS/GAAP-Abschlüssen.
| 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 39.08B | 34.47B | 31.12B | 29.00B | 28.48B |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 2.15B | 2.13B | -3.26B | -489.00M | -357.00M |
| Jahresüberschuss | 1.41B | 1.19B | -4.53B | -647.00M | -560.00M |
| Free Cashflow | 4.10B | 1.38B | 394.00M | 1.06B | 959.00M |
| Bilanzsumme | 56.64B | 50.87B | 47.91B | 51.17B | 44.14B |
| Eigenkapital | 10.30B | 9.07B | 8.50B | 17.19B | 14.96B |
| Nettoverschuldung | -3.50B | -2.60B | 193.00M | -2.74B | -2.60B |
Starten Sie noch heute mit Ihrer kostenlosen Testphase