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2020 — Spin-off & Börsengang
- Wesentliche Ereignisse: Siemens Energy AG wurde durch die Abspaltung des Gas-&-Power-Geschäfts von Siemens AG gegründet und nahm am 28. September 2020 den Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse auf (Ticker: ENR). Eröffnungskurs am ersten Handelstag: 22,01 € [2,5]. - Investorennarrativ: Das Unternehmen startete als reiner Energiekonzern – konventionelle Stromerzeugung, Netze sowie eine bedeutende Beteiligung an Siemens Gamesa. Das anfängliche Investoreninteresse war geprägt von der Energiewende-Story und der Erwartung an einen eigenständigen Industriechampion [1,2]. - Technische Preisphase: Der Kurs bewegte sich zunächst im Bereich des Ausgabepreises; die frühe Handelsphase wurde von Indexaufnahmen und spekualtiven Zuflüssen rund um den Spin-off dominiert [2,5,10].
2021 — Erste Warnsignale beim Windgeschäft; Guidance-Anpassung
- Wesentliche Ereignisse: Siemens Gamesa (Mehrheitsbeteiligung von Siemens Energy) gab Gewinnwarnungen heraus und meldete Anlauf- und Lieferkettenprobleme bei neuen Onshore-Plattformen. Siemens Energy passte die Jahresprognose nach den Q1-FY22-Ergebnissen an, die einen Quartalsverlust und eine schwache SGRE-Performance zeigten [24,12,20]. - Investorennarrativ: Die Marktwahrnehmung verschob sich von „reines Wachstumsunternehmen" zu „Turnaround- und Ausführungsrisiko", da die Probleme bei Gamesa zunehmend das Bild des Gesamtkonzerns prägten [24,12]. - Technische Preisphase: Jede Gewinnwarnung und Guidance-Revision zog spürbare Kursrückgänge nach sich; Investoren reprizierten Ausführungs- und Margenrisiken konsequent nach unten [24,12].
2022 — Übernahme von Gamesa; anhaltende Volatilität
- Wesentliche Ereignisse: Siemens Energy lancierte im Mai 2022 ein freiwilliges Barangebot und legte ein formelles Übernahmegebot über 4,05 Mrd. € vor, um die verbleibenden rund 32,9 % an Siemens Gamesa zu 18,05 € je Aktie zu erwerben. Die Annahmequoten stiegen bis Ende 2022 auf ein sehr hohes Niveau und ebneten den Weg für das Delisting, das Anfang 2023 vollzogen wurde [45,46,53,43]. - Investorennarrativ: Das Management begründete die vollständige Übernahme mit der Notwendigkeit, operative Probleme direkt anzugehen – der Markt sah sowohl strategische Vorteile (klarere Governance, Restrukturierungsmöglichkeiten) als auch Finanzierungs- und Integrationsrisiken [45,46]. - Technische Preisphase: Übernahmeankündigungen lösten punktuelle Kursanstiege aus, doch anhaltende Ausführungsschlagzeilen und Finanzierungsbedenken hielten den Kurs über weite Teile des Jahres in einer engen Bandbreite [46,53].
2023 — Qualitätskrise bei Gamesa, Rekordverlust und staatliche Garantiedramaturgie
- Wesentliche Ereignisse: Eine umfassende technische Überprüfung deckte erhebliche Qualitätsprobleme an den Onshore-Plattformen 4.X/5.X von Siemens Gamesa auf (Rotorblatt- und Lagerprobleme). Siemens Energy bildete große Rückstellungen für Sanierungsmaßnahmen (zunächst rund 1,6 Mrd. €, später deutlich höher) und wies für FY2023 einen Rekordnettoverlust von rund 4,6 Mrd. € aus, der überwiegend auf Gamesa zurückzuführen war [28,30,31,29]. - Wesentliche Ereignisse (Forts.): Oktober–November 2023 – Siemens Energy führte intensive Gespräche mit Banken und der Bundesregierung über Projekt- und Gewährleistungsgarantielinien (Berichten zufolge bis zu 15 Mrd. €; das angekündigte Paket umfasste eine Bundesrückgarantie von 7,5 Mrd. € als Teil eines umfassenderen Garantierahmens) – ein wegweisendes Eingreifen zur Absicherung der Finanzierungsstruktur [57,56,61,68]. - Investorennarrativ: Das Narrativ wandelte sich von „Ausführungskrise / systemisches Risiko" zu „staatlich gestützter Stabilisierung", sobald die Gespräche über staatliche Rückendeckung publik wurden. Governance, Due Diligence zur Gamesa-Akquisition und Managementverantwortung dominierten den Diskurs [36,57,68]. - Technische Preisphase: Einer der schwersten mehrtägigen und mehrmonatigen Kurseinbrüche seit der Börsennotierung – massive Gap-downs nach der Juni-Überprüfung und den Oktober-Garantiegesprächen, extreme Intraday-Ausschläge (Berichte über rund –30 % von den Juni-Hochs und starke Tagesverluste um den 26. Oktober), gefolgt von scharfen Erholungen nach Bestätigung der staatlichen Unterstützung Mitte November [36,62,56].
2024 — Führungswechsel, Sanierung und erste Stabilisierungszeichen
- Wesentliche Ereignisse: Siemens Energy vollzog einen Führungswechsel im Windturbinengeschäft (Nachfolge des Siemens-Gamesa-CEO im Mai 2024 angekündigt sowie weitere Restrukturierungsmaßnahmen), leitete tiefgreifende Konstruktions-, Test- und Prozessänderungen ein und definierte konkrete Sanierungsschritte. Die Unternehmenskommunikation signalisierte Fortschritte bei technischen Analysen und Korrekturplänen [13,34,15,31,37]. - Investorennarrativ: Der Ton verschob sich von „Rettungspanick" zu „aktiver Sanierung / kontrollierter Turnaround", während das Management Korrekturprogramme vorlegte und externe Taskforces eingebunden wurden. Investoren wurden vorsichtig konstruktiver, wo sich konkrete Umsetzungsfortschritte zeigten [31,37]. - Technische Preisphase: Die Volatilität ließ nach; es entwickelte sich eine mehrmonatige Stabilisierung mit graduell aufwärts gerichtetem Trend, da die Schlagzeilen von neuen Hiobsbotschaften zu Sanierungsfortschritten umschwenkten. Im September 2024 sprach das Management von Erholungsmomentum, und der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag von CEO Christian Bruch unter Verweis auf die verbesserte Performance [21,37].
2025 — Entlastung der Finanzierungsstruktur und Bilanzmaßnahmen
- Wesentliche Ereignisse: Siemens Energy ersetzte die frühere staatlich gestützte Fazilität durch eine neue Bankfazilität (Ablösung der bisherigen staatlich abgesicherten 11-Mrd.-€-Linie durch eine neue 9-Mrd.-€-Fazilität eines Bankenkonsortiums) – ein wesentlicher Schritt zur Risikoreduktion, den das Management mit der Möglichkeit zur Wiederaufnahme von Dividenden ab dem Geschäftsjahr 2026 verknüpfte. Parallel dazu wurden bilanzstärkende Maßnahmen verfolgt, darunter Portfolio- und Asset-Maßnahmen zur Verbesserung der Kapitalquoten [58,69,66]. - Investorennarrativ: Das Narrativ schwenkte auf „Normalisierung und Re-Rating" um, nachdem der staatliche Garantieüberhang beseitigt und die Finanzierungsstruktur auf klassische Bankfinanzierung umgestellt worden war. Der Investorenfokus verlagerte sich zurück auf die Auftragsabarbeitung und die Margenentwicklung – Fragen zur unmittelbaren Solvenz standen nicht mehr im Vordergrund [69,58]. - Technische Preisphase: Die Ablösung der Garantiefazilität wirkte als klarer Katalysator für einen Aufwärtsausbruch im Jahr 2025; die Marktvolatilität sank spürbar gegenüber der Krisenphase 2023 [69].
2026 — Ergebniserholung, Re-Rating und aktueller Marktüberblick
- Wesentliche Ereignisse / Fundamentaldaten: Die Unternehmensberichte und Kommentare im Anschluss an die Sanierungsphase zeigen eine deutliche Verbesserung des Ergebnisses vor Sondereffekten sowie eine Trendwende beim Nettoergebnis gegenüber FY2023. Das Management berichtete weiterhin über Fortschritte bei der Gamesa-Sanierung sowie bei Veräußerungen und Transformationsmaßnahmen, die die Profitabilitätskennzahlen des Konzerns spürbar verbessert haben [39,37]. - Investorennarrativ: Das dominierende Narrativ im Jahr 2026 lautet „Erholung / Re-Rating" – der Kurs hat sich von der Krise über die Sanierung zu einem normalisierten Betrieb entwickelt, mit verbleibendem Ausführungsrisiko konzentriert auf das Altgeschäft im Windbereich. Die Bewertung orientiert sich nun an der Auftragsabarbeitung und der Margenentwicklung, nicht mehr an Solvenzfragen [21,39,69]. - Technische Preisphase & aktueller Marktüberblick: Die langen Kursrückgänge der Jahre 2021–2023 liegen hinter dem Titel; 2024–2025 zeigt einen nachhaltigen Aufwärtstrend, der sich bis ins Jahr 2026 fortsetzt. Der aktuelle Kurs von Siemens Energy (ENR.XETRA) beträgt 165,8 (Stand: 30. Juni 2026).
Siemens Energy ist tätig in der Stromerzeugung (Gas-/Dampfturbinen), Netztechnologien und Windkraftanlagenfertigung/-dienstleistungen und konkurriert daher mit etablierten Großanbietern und spezialisierten Ausrüstern. Der Wettbewerbsdruck kommt von großen Ausrüstungslieferanten (etwa GE Vernova), Elektrifizierungs- und Netzspezialisten (ABB, Schneider) sowie Turbinenhersteller in Europa und China. Das Geschäft ist Risiken bei der Projektabwicklung, Gewährleistungen und Kapitalintensität ausgesetzt. Hinzu kommen Altlasten aus dem Siemens-Gamesa-Windkraftgeschäft, Lieferkettenvolatilität und zyklische Nachfrage nach konventioneller Stromerzeugung, die beide Ertrag und Cashflow-Stabilität belasten.
Siemens Energy ist ein diversifiziertes Unternehmen für Energieerzeugung und -dienstleistungen (Gas- und Dampfturbinen, Netz- und HGÜ-Ausrüstungen sowie Windkraft über Siemens Gamesa) und konkurriert in den Bereichen Erzeugung, Übertragung und erneuerbare Energien. Die relevantesten börsennotierten Konkurrenten sind General Electric (GE) im Bereich Turbinen und Netze, Vestas im Windsektor sowie Siemens Gamesa in Wind- und Turbinentechnik; weitere Wettbewerber im Netz- und Turbomaschinensektor sind Hitachi Energy, ABB und Mitsubishi [https://umbrex.com/resources/company-profiles/siemens-energy-ag-2/, https://stockviz.com/en/ENR.DE/competitors, https://www.vestas.com/en/investor/share-and-capital-structure/share-information, https://financialreports.eu/companies/siemens-gamesa-renewable-energy-sa/]. Die wesentlichen Risiken des Unternehmens liegen in der Ausführung großer Projekte und Gewährleistungsverpflichtungen, in der Volatilität der Lieferkette und Rohstoffpreise, im intensiven Preiswettbewerb durch globale und kostengünstige Originalausrüstungshersteller sowie in regulatorischen, Subventions- oder geopolitischen Verschiebungen, die Auftragsvolumina und Margen erheblich verändern können.
| Unternehmen | Ticker |
|---|---|
| General Electric Company | GE.NYSE |
| Siemens Gamesa Renewable Energy S.A. | SGRE.MC |
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Kostenlos testen| Period | Siemens Energy AG | vs DAX | vs S&P 500 (SPY) |
|---|---|---|---|
| 1M | -1.48% | -3.19% | -2.89% |
| 3M | -5.63% | -10.80% | -15.89% |
| 6M | +23.93% | +24.81% | +15.63% |
| 1Y | +70.41% | +66.98% | +48.54% |
| 3Y | +946.02% | +885.55% | +869.04% |
| 5Y | +509.09% | +449.49% | +425.40% |
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Kostenlos testenWie sich die wichtigsten Bewertungskennzahlen (KGV, KUV, KBV und Kurs-Cashflow-Verhältnis) im Zeitverlauf im Vergleich zu heute entwickelt haben.
| Zeitraum | KGV | KUV | KBV | Kurs-Cashflow-Verhältnis |
|---|---|---|---|---|
| Aktuell | 60.7 | 3.4 | 12.6 | 17.4 |
| Vor 1 Jahr | 87.4 | 2.2 | 8.3 | 15.3 |
| Vor 3 Jahren | -3.8 | 0.4 | 1.4 | 5.3 |
| Vor 5 Jahren | -37.1 | 0.7 | 1.3 | 11.0 |
Langfristige Übersicht ausgezahlter Dividenden (Betrag pro Aktie und Dividendenrendite zum Zahlungszeitpunkt).
| Year | Dividend | Yield at payment | Ø Rendite |
|---|---|---|---|
| 2026 | 0.70 EUR | 0.42% | 0.49% |
| 2023 | 0.10 EUR | 0.55% | |
| 2022 | 0.10 EUR | 0.51% |
Die historische Ergebnisentwicklung zeigt, wie konstant das Unternehmen die Analystenerwartungen erfüllt oder übertrifft. Zukunftsprognosen geben Einblick in die erwartete Profitabilität und Wachstumsdynamik.
Ausgewählte Kennzahlen aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Kapitalflussrechnung. Jährlich und quartalsweise, basierend auf veröffentlichten IFRS/GAAP-Abschlüssen.
| 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 39.08B | 34.47B | 31.12B | 29.00B | 28.48B |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 1.57B | 2.13B | -3.26B | -489.00M | -357.00M |
| Jahresüberschuss | 1.41B | 1.18B | -4.53B | -647.00M | -560.00M |
| Free Cashflow | 4.10B | 1.38B | 394.00M | 1.06B | 959.00M |
| Bilanzsumme | 56.64B | 50.87B | 47.91B | 51.17B | 44.14B |
| Eigenkapital | 10.30B | 9.07B | 8.50B | 17.19B | 14.96B |
| Nettoverschuldung | -5.20B | -2.60B | 193.00M | -2.74B | -2.60B |
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